Xenon-Bogenprüfkammern: Beschleunigte Bewitterung zur Überprüfung der Materialbeständigkeit

Xenon-Bogenprüfkammern: Beschleunigte Bewitterung zur Überprüfung der Materialbeständigkeit

Was ist ein Xenon-Test?

Die Xenonbogenprüfung ist ein beschleunigtes Bewitterungstestverfahren, das die schädliche Wirkung von Sonnenlicht, Hitze und Feuchtigkeit auf Materialien simuliert. Die Testsubstrate werden in einer kontrollierten Umgebung exponiert, die die Bedingungen in der realen Welt nachbildet.

 

Kerntechnologie und Betriebsprinzipien

Das Herzstück dieser Kammern bilden Xenon-Bogenlampen, die Licht durch eine elektrische Entladung zwischen zwei Wolframelektroden in einem mit Xenongas gefüllten Quarzglaskolben erzeugen. Bei entsprechender Filterung erzeugen Xenonlampen ein Spektrum, das dem natürlichen Sonnenlicht bemerkenswert ähnlich ist und ultraviolette (UV), sichtbare und infrarote (IR) Anteile umfasst.

Moderne Kammern verfügen über hochentwickelte Kontrollsysteme zur Regulierung von:

Bestrahlungsstärken (typischerweise gemessen in W/m² bei bestimmten Wellenlängen)

Kammertemperatur (oft im Bereich von Umgebungstemperatur bis über 100 °C)

Schwarzes Panel oder schwarze Standardtemperatur

Relative Luftfeuchtigkeit (typischerweise 1095% RH)

Wassersprühzyklen zur Simulation von Regen oder Tau

Die modernsten Geräte verfügen über Spektroradiometer zur kontinuierlichen Überwachung und automatischen Bestrahlungsstärkeregelung, wodurch während der gesamten Versuchsdauer gleichbleibende Testbedingungen gewährleistet werden.

Was ist der Standard für Xenon Arc? TEsting?

Xenonbogen-Bewitterungskammern sind so konstruiert, dass sie zahlreiche internationale Prüfstandards erfüllen, darunter:

ISO (Internationale Organisation für Normung):

ISO 48922: Kunststoffe – Belichtungsverfahren mit Laborlichtquellen – Teil 2: Xenonbogenlampen

ISO 164742: Farben und Lacke – Belichtungsverfahren für Laborlichtquellen – Teil 2: Xenonbogenlampen

ASTM (Amerikanische Gesellschaft für Materialprüfung und -prüfung):

ASTM G155: Standardverfahren für den Betrieb von Xenon-Bogenlampen zur Belichtung nichtmetallischer Werkstoffe

ASTM D2565: Standardverfahren für die Xenonbogenbelichtung von Kunststoffen für Außenanwendungen

ASTM D4459: Standardverfahren für die Xenonbogenbelichtung von Kunststoffen für Anwendungen in Innenräumen

AATCC (Amerikanische Vereinigung der Textilchemiker und Farbexperten):

AATCC TM16: Lichtechtheit

AATCC TM169: Witterungsbeständigkeit von Textilien: Xenonlampenbestrahlung

Andere regionale Standards:

JIS D0205 (Japanische Industriestandards)

SAE J2412/J2527 (Automobil)

GB/T 1865 (Chinesischer Nationalstandard)

 

Typische Anwendungen und Prüfkörper

Automobilindustrie:

Äußere Bauteile: Lacke, Beschichtungen, Kunststoffe, Gummidichtungen, Zierleisten, Spiegel

Innenausstattung: Armaturenbretter, Polster, Textilien, Bildschirme, Bedienfelder

Beleuchtungssysteme: Linsenmaterialien, Reflektoren, LED-Verkapselung

 

 

Baumaterialien und Bauwesen:

Architektonische Beschichtungen und Farben

Fensterprofile, Dachmaterialien, Fassadenverkleidungen

Dichtstoffe, Klebstoffe, Dichtungsmassen

Verbundwerkstoffe, Dämmstoffe2

Textilien und Bekleidung:

Outdoor-Textilien (Markisen, Zelte, Sonnenschirme)

Automobiltextilien

Schutzkleidung

Farbechtheitsprüfung für Farbstoffe und Pigmente

 

Kunststoffe und Polymere:

Verpackungsmaterialien

Konsumgüter

Landwirtschaftliche Filme

Technische Kunststoffe für Außenanwendungen

Beschichtungen und Farben:

Industrielle Wartungsbeschichtungen

Autoreparaturlacke

Holzoberflächen und Beizen

Pulverbeschichtungen

Photovoltaik und Elektronik:

Verkapselungsmaterialien für Solarmodule

Elektronische Außengehäuse

Steckverbinder und Isoliermaterialien

Displaytechnologien

Worin besteht der Unterschied zwischen UV-Prüfung und Xenon-Bogenlampenprüfung?

Analyse des Spektralausgangs von Xenon-Bogen- und UV-Tests

 

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Tests liegt im Lichtspektrum der Lichtquellen. Beim Bewitterungstest ahmt das Licht der Xenon-Bogenlampen das Sonnenlichtspektrum nach. Es umfasst sowohl sichtbares Licht als auch UV-Licht.

Spektrale Qualitäts- und Stabilitätsmetriken:

Parameter Planare Konfiguration Bogenkonfiguration
UV-Spektralanpassung Klasse B gemäß ISO 4892-2 (300-400 nm) Klasse A/B je nach Filtersystem
Stabilität des sichtbaren Spektrums ±4% über 500 Stunden ±2,5% über 500 Stunden
IR-Komponentensteuerung Variabler (insgesamt 650-800 W/m²) Besser kontrolliert (insgesamt 600-750 W/m²)
Spektrale Driftrate 0,8–1,21 TP1T/100 Stunden 0,5–0,81 TP1T/100 Stunden
Komplexität des Filtersystems Mehrere Filtersätze pro Lampe Einzelfiltersystem für den gesamten Bogen

Anwendungsspezifische Leistung

Optimal für planare Konfiguration

Flachbildschirmprüfung: Solarmodule, Architekturpaneele, flache Verbundwerkstoffe

Hochdurchsatz-Screening: Mehrere kleine Exemplare in Gittermustern

Richtungssensitivitätsstudien: Materialien mit anisotropen Eigenschaften

Kostengünstige F&E-Anwendungen: Wo absolute Einheitlichkeit weniger wichtig ist

 

Optimal für Bogenkonfiguration

3D-Komponentenprüfung: Automobilteile, Konsumgüter, montierte Artikel

Drehbare Probenständer: Standardkonformitätsprüfung (ISO, ASTM)

Hochpräzise Studien: Pharmazeutische Industrie, Luft- und Raumfahrt, Bewertung kritischer Materialien

Langzeittests: Wo spektrale Stabilität von größter Bedeutung ist

 

Überlegungen zur Einhaltung von Normen

Anerkannte Standards für jede Konfiguration

 

Planare Systeme erfüllen typischerweise wmit:

ISO 4892-2 (mit spezifischen Gleichförmigkeitsanforderungen)

ASTM G155 (modifiziert für planare Geometrie)

Branchenspezifische Normen für flache Materialien

 

Lichtbogensysteme entsprechen typischerweise den Regeln wmit:

ISO 4892-2 (vollständige Konformität)

ASTM G155, D2565, D4459

AATCC TM16,TM169

SAE J2527, J2412

IEC 61215 (Photovoltaik)

Die Wahl zwischen planaren und Bogen-Xenonlampen ist eine grundlegende Designentscheidung mit erheblichen Auswirkungen auf die Testmöglichkeiten, die Betriebseffizienz und die behördliche Zulassung. Planare Systeme bieten Flexibilität und Kostenvorteile für bestimmte Anwendungen, insbesondere bei flachen Materialien und in Forschungsumgebungen. Bogenlampen zeichnen sich durch überlegene Gleichmäßigkeit, Stabilität und weitgehende Normenkonformität aus und sind daher für die meisten industriellen Prüfanwendungen die bevorzugte Wahl.

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